Das Fertighaus – mehr als nur schnell

Bauelement Fertighaus

Bauelemente werden meist an einem einzigen Tag zu einem kompletten Haus zusammengesetzt
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Sie erschienen in Deutschland in den 1960ern vermehrt in den Stadtbildern und wurden damals noch bestaunt, aber auch leicht naserümpfend betrachtet: die Fertighäuser. Und die Kritikpunkte ließen sich damals auch nicht so einfach von der Hand weisen: Hellhörig und schlecht wärmeisoliert waren sie, viele neigten zu vorzeitigen Rissen in den Wänden und sie sahen meist auch ein bisschen wie von der Stange aus: quadratisch, praktisch, aber vor 50 Jahren halt nicht so wirklich gut! Dafür waren die Fertighäuser aus dieser Zeit in der Regel deutlich günstiger als konventionell errichtete Immobilien; so gesehen, stimmte das damalige Preis-Leistungs-Verhältnis dann schon fast wieder.

Auch wenn die Historie des Fertighauses eigentlich sehr viele Vorteile dieser Bauweise aufweist, neben den aus der Vergangenheit rührenden Vorbehalten haben die Fertigbauten bis heute oft ein Imageproblem: Kann etwas, was in so kurzer Zeit entsteht, was aber ’normalerweise‘ monatelanger Arbeit verschiedenster Gewerke bedarf, denn tatsächlich etwas tagen? Gefühlt heißt die Antwort nein! Daher sollte man sich das, was hinter einem Fertighaus steckt, einmal rational betrachten und diesen Versuch möchten wir hier unternehmen:

Neue Materialien – neue Qualität

Die Entwicklungen im Bereich der Isoliermaterialien ist so weit fortgeschritten, dass diese mit den Standards von vor 50 oder gar 20 Jahren nicht mehr vergleichbar sind. Ein gutes Fertighaus ist daher heute weder laut noch kalt. Es werden fast ausschließlich nur noch KfW-Effizienzhäuser errichtet und es gibt sogar schon Plus-Energiehäuser – also Häuser, die mehr Energie produzieren als sie für ihre eigene Bewirtschaftung brauchen – die in Fertigbauweise erstellt werden. Qualitativ hochwertige Fertighäuser zeichnen sich durch ein angenehmes Raumklima aus. Und auch die Öko-Bilanz von Fertighäusern sieht heute oft besser aus als die von Massivhäusern, insbesondere da die meist angewendete Holzständerbauweise auf der Verbauung eines nachwachsenden Rohstoffes basiert.

Standardisiert und doch individuell

Ein Wesensmerkmal der Fertighäuser ist dass sie einen relativ hohen Grad an Standardisierung aufweisen. D.h. Fertighaus-Anbieter, wie z.B. Fertighaus-Weiss.de, stellen verschiedene Varianten von Häusern zur Auswahl, aus denen der Kunde auswählt. War in der Vergangenheit das Spektrum dieser Auswahl sehr begrenzt, so ist es heute schon für die Grundvarianten sehr breit gestreut. Bungalow, Stadtvilla, Doppelhaus, Bauhausstil und Gewerbebau stellen nur einige der Modelle dar, die angeboten werden. Des Weiteren werden auch bei der Gestaltung des Daches sowie bei der Wahl von besonderen Gestaltungselementen – wie beispielsweise lichtdurchflutete Erker, Materialmix bei der Außenfassade oder Überdachungen von Außenbereichen – weitere individuelle Akzente gesetzt. Gleiches gilt auch für die Gestaltung der Innenaufteilung.

Der Spielraum für individuelle Gestaltung ist mittlerweile also groß, doch die gleichzeitig beibehaltene Standardisierung ermöglicht es dem Anbieter bei der Erstellung wie beim Innenausbau schnell, effizient und passgenau zu arbeiten. Die schwierige, zeit- und nervenraubende Koordination zwischen verschiedenen Gewerken, deren Vorgehensweise und Verfügbarkeit, entfällt für den Bauherren und das Resultat ist weniger fehleranfällig als dies bei individuell geplanten Massivbauten der Fall ist.

Zeit ist Geld

Der greifbarste Vorteil eines Fertighauses ist die Zeit seiner Erstellung sowie die Witterungsunabhängigkeit dabei. Da große Bauteile des Hauses in riesigen Hallen vorgefertigt werden, dauert der Aufbau des Hauses nach Fertigstellung des Kellers bzw. der Bodenplatte meist nur einen Tag. Der Innenausbau kann tags darauf beginnen und geht in der Regel zügig von statten, da Fertighaus-Anbieter mit eingespielten Teams arbeiten, die mit den Standards der Häuser vertraut sind. Wer die Klagen von Bauherren kennt, die sich über Monate hinweg mit den Bautrupps an ihren Massivhäusern rumärgern, wird alleine schon diese Schnelligkeit und Zuverlässigkeit schätzen.

Hinzu kommt, dass ein über einen langen Zeitraum errichtetes Haus ja bereits mit dem Kauf des Grundstücks Geld verschlingt und große Teile der Investition in dieses Haus lange vor seiner Fertigstellung fließen. Je schneller ein Haus also bezugsfertig ist, desto schneller profitiert man von seiner Investition und spart in der Regel Miete.

Wer ein Haus plant, sollte also auch ein Fertighaus in Betracht ziehen und sich nicht von überkommenen Vorurteilen beeinflussen lassen. In einer der vielen Musterhaussiedlungen, die Fertigbau-Anbieter vorhalten, lässt es sich auch schon mal gut reinfühlen, wie es sich denn in einem solchen Haus leben würde.

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