2016 gab es mehr als 150.000 Fälle von Einbrüchen in Deutschland. Viele Menschen fragen sich deshalb natürlich, wie man sich am besten vor Einbrüchen schützen kann und ob sich die Installation einer Alarmanlage lohnt.

Wann sind Sicherheitssysteme sinnvoll?

Das Problem an der Sache ist: Einbrüche können prinzipiell jeden treffen. Häufig richten sich Einbrecher nicht danach, ob es in einem Objekt Wertsachen gibt – das können Einbrecher vorher kaum abschätzen. Auch lange Vorbereitungen oder Observationen durch die Einbrecher sind untypisch. Stattdessen finden die meisten Einbrüche statt, wenn die Einbrecher eine gute Gelegenheit sehen: Offene oder gekippte Fenster zum Beispiel.

Alarmanlage
Alarmanlagen schützen, was uns wertvoll ist.
Foto: Pixabay

Dennoch lassen sich einige Aspekte nennen, die eine besondere Gefährdung nach sich ziehen. Besonders gefährdet sind Wohnungen im Erdgeschoss und im ersten Stock, sowie Einfamilienhäuser. In diese Objekte kann besonders einfach über Fenster oder Glastüren eingebrochen werden. Weniger Sorgen müssen Sie sich machen, wenn Sie beispielsweise in einer Stadtwohnung im sechsten Stock eines Mehrparteienhauses wohnen. Fenster stellen hier in der Regel keine Angriffspunkte für Einbrecher dar und die Einbruchswahrscheinlichkeit teilt sich auf viele Parteien auf.

Noch wichtiger als Alarmanlagen sind mechanische Sicherungen, die vor Einbrüchen schützen. Durch spezielle Folien kann beispielsweise verhindert werden, dass Fenster eingeschlagen werden und dadurch als Einstieg in das Objekt dienen können. Durch spezielle Türschlösser kann auch der Weg durch die aufgebrochene Tür erschwert werden.

Sicherheit erhöhen und Einbruchmeldeanlagen anschaffen

Um die eigene Immobilie sicherer zu machen sollte man im ersten Schritt also verhindern, dem Einbrecher durch gekippte Fenster und ähnliche Schwachstellen besondere Gelegenheiten zu geben, einfach in das Objekt zu kommen.

Der zweite Schritt besteht in der Einrichtung mechanischer Maßnahmen, die Fenster und Türen robuster gegen Einbrüche machen. Einbrecher wollen möglichst einfach und vor allem möglichst schnell in die Immobilie ihrer Wahl einbrechen, damit der Einbruch unbemerkt bleibt. Wenn dies durch umsichtiges Verhalten und mechanische Sicherheitstechniken torpediert wird, werden viele Einbrecher es gar nicht erst versuchen oder den Einbruchsversuch abbrechen.

Der dritte Schritt ist die Installation von Alarmanlagen, in der Fachsprache als eingebaute Einbruchmeldeanlagen (EMA) bezeichnet. Eingebaute Einbruchmeldeanlagen können den Schutz vor Einbrüchen zusätzlich wesentlich erhöhen. Dazu sollte die EMA aber mit mechanischen Sicherheitstechniken kombiniert werden. Generell gibt es zwei Überwachungsarten, nämlich erstens die Fallenüberwachung und zweitens die Außenhautüberwachung.

Bei der Fallenüberwachung werden an verschiedenen Stellen in der Immobilie Melder installiert. Diese funktionieren über Infrarot, Mikrowellen oder Ultraschall und können wahrnehmen, wenn sich jemand in dem Objekt bewegt. Das Problem an dieser Überwachungsart ist, dass die Alarmauslösung erst erfolgt, wenn der Einbrecher sich bereits Zugang verschafft hat. Auch kann die Fallenüberwachung nicht aktiviert werden, wenn man selbst im Haus ist, da der Alarm natürlich auch durch die eigenen Bewegungen ausgelöst werden kann.

Fenster, Türen, Garagen – all das sind potentielle Einstiege für Diebe.
Foto: Pexels

Bei der Außenhautüberwachung werden Fenster und Türen auf (gewaltsames) Öffnen überwacht. Anders als bei der Fallenüberwachung erfolgt der Alarm bereits, bevor der Einbrecher in das Objekt eingedrungen ist. Auch kann die Alarmanlage eingeschaltet werden, wenn sich die Bewohner selbst im Objekt befinden, beispielsweise in der Nacht. Diese Form der Einbruchmeldeanlage ist daher besonders für bewohnte Objekte geeignet. Es besteht auch die Möglichkeit, die Außenhautüberwachung mit der Fallenüberwachung zu kombinieren, um Kosten zu sparen.

Eingebaute Einbruchmeldeanlagen haben zwei Funktionen. Erstens machen sie auf den Einbruch und den Einbrecher aufmerksam. Da Einbrecher grundsätzlich unbemerkt und unerkannt vorgehen wollen, kann der Alarm durch die Meldeanlage sie davon abhalten, den Einbruch durchzuführen oder dafür sorgen, dass die Einbrecher den Einbruchsversuch abbrechen, selbst wenn die mechanischen Hindernisse bereits überwunden sind.

Zweitens ermöglichen eingebaute Einbruchmeldeanlagen, einen Einbruchsversuch zu bemerken und Hilfe zu holen. Häufig verfügen Einbruchmeldeanlagen auch über eine Fernalarm-Funktion, durch die bei Alarm eine externe, ständig besetzte Stelle informiert wird, die dann vereinbarte hilfeleistende Maßnahmen einleiten kann.

Wichtig ist auch, den richtigen Grad an Sicherheit zu wählen. Dieser ist abhängig von dem vermuteten Risiko. Für normale Personen und Immobilien ohne besondere Gefährdung reicht in der Regel Grad zwei aus. Wenn Sie sich unsicher über das für Sie und ihre Immobilie geeignete Sicherheitssystem oder den notwendigen Grad sind, dann lassen Sie sich unbedingt von einem Fachbetrieb oder bei der (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle beraten.

Fazit

Generell kann jede Immobilie das Ziel von Einbrechern werden. Besonders gefährdet sind allerdings Wohnungen im Erdgeschoss und im ersten Stock, sowie Einfamilienhäuser. Da Einbrecher nach Schwachstellen und Gelegenheiten suchen, sollten Sie versuchen, Schwachstellen und Gelegenheiten zu vermeiden. Schließen Sie die Fenster und sperren Sie die Tür ab, wenn Sie das Haus verlassen! Diese einfachen Maßnahmen reduzieren bereits das Risiko.

Wenn Sie ihre Immobilie sicherer gegen Einbrüche machen wollen, dann sollten Sie im ersten Schritt mechanische Sicherheitssysteme installieren. Hierbei handelt es sich um Vorrichtungen für Fenster und Türen, die das gewaltsame Öffnen dieser erschweren. Da Einbrecher schnell und unbemerkt vorgehen wollen, sind mechanische Maßnahmen ein erfolgversprechender Schutz, da sie das gewaltsame Öffnen erschweren und somit das Risiko und den Aufwand für den Einbrecher erhöhen.

Zusätzlich können Sie im nächsten Schritt eingebaute Einbruchmeldeanlagen installieren. Die Außenhautüberwachung hat dabei erhebliche Vorteile gegenüber der Fallenüberwachung, ist aber meist mit höheren Kosten verbunden. Eine Kombination aus beiden Überwachungsarten kann einen guten Kompromiss darstellen. Eingebaute Meldeanlagen erhöhen den Schutz zusätzlich, da Sie Ihnen erstens ermöglichen, Hilfe zu holen oder automatisch Hilfe verständigen, und zweitens den Einbrecher abschrecken, da dieser nicht bemerkt werden will.

Von Redaktion

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