Provisorische Bodenbeläge in Mietwohnungen

Nach monatelanger Suche wurde sie endlich gefunden, die Traumwohnung. Alles passt nur der Teppichboden des Vormieters ist objektiv gesehen hässlich. Ein neuer Bodenbelag muss her, doch darf man das als Mieter einfach so? Die Antwort lautet ja, denn zum Verlegen von Böden bedarf es keiner Genehmigung des Vermieters. Eine Einschränkung gibt es dennoch. Beim Auszug muss die Wohnung wieder in ihren Originalzustand übergeben werden. Nun gibt es zwei Optionen. Nummer eins, Mieter und Vermieter einigen sich auf einen Bodenbelag, der vollflächig festklebt oder Nummer zwei, der Mieter steigt auf alternative Fixierungsmöglichkeiten um.

Im Normalfall dürfen Mieter nur so genannte Schönheitsreparaturen durchführen, beispielsweise das Wechseln der Wandfarbe. Verändern sie dagegen die Bausubstanz, liegt das Entscheidungsrecht beim Vermieter. Dazu zählt das Verlegen eines Bodens, wie Parkett, Fliese, Teppich oder PVC. Wer die Bausubstanz verändert, muss diese – nach Absprache mit dem Vermieter – nach Auszug zurückbauen.

Blauer Teppich wird auf altem Belag verklebt

Eine technisch optimale Lösung wäre ein geklebter Teppichboden. Dieser erfordert in der Regel aber eine entsprechende Vorbereitung des Untergrundes. Aufgrund dessen ist der Rückbau beim Auszug mühevoll, da Klebstoffreste schwer zu entfernen sind. Eine Alternativlösung wird benötigt. Eine lose Verlegung hingegen bringt viele Nachteile mit sich, wie das Verrutschen oder das Aufwölben des Belags.

Was können Mieter nun unternehmen, wenn sie sich einen gut haftenden Boden wünschen, ohne beim Auszug viel arbeiten zu müssen? Klebebänder oder Fixierungen sind hier die Lösung. Diese können ohne große Mühen wieder entfernt werden. Klebebänder – oder Trockenkleber – sind rund 100 Zentimeter breit und von beiden Seiten mit Klebstoff versehen. Der Trockenkleber lässt sich später ohne Rückstände abziehen. Dennoch ist er haftstark und klebt auch auf bereits bestehend Belägen. Dieser sollte aber nicht mit den Teppichklebebändern verwechselt werden. Sie haften nicht gut und sind an ihrer Breite von nur 5 Zentimetern zu erkennen.

Fixierungen hingegen sind wasserlöslich und gezielt schwächere Klebstoffe. Dadurch lassen sie sich später leichter und ohne Reste abziehen. Zu beachten ist, dass sowohl Trockenkleber als auch Fixierungen vollflächig anzuwenden sind, da beim ausschließlichen Fixieren der Ränder, Beulen und Wellen nicht ausgeschlossen werden können.

Für die Befestigung mit Fixierungen oder Klebebändern eignen sich am besten Textilbelege oder PVC- und Vinylböden. Wichtig ist, dass der Untergrund stabil, glatt und eben ist. Falls Unsicherheiten beim Verlegen entstehen, sollten Handwerker zur Seite stehen. Sie können beurteilen, welcher Belag sich mit welchem System am verträgt. Für ein wohngesundes und schadstofffreies Zuhause empfehlen sich zertifizierte Klebebänder und Fixierungen. Umweltfreundliche und sehr emissionsarme Produkte sind am EC1-Siegel oder am RAL-Gütezeichen „Blauer Engel“ zu erkennen.

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