Immobilienblase DeutschlandImmobilienblase Deutschland
Immobilienblase Deutschland?
Immobilienblase Deutschland?
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Die Immobilienpreise in Deutschland steigen weiterhin stark an. Vor allem in Großstädten wie München, Hamburg, Stuttgart oder Köln sind Häuser und Wohnungen selbst für Normalverdiener in einer guten Lage nicht mehr bezahlbar. Manche Experten sprechen bereits von einer Immobilienblase. Doch was ist eigentlich eine Immobilienblase und was kann eine solche zum Platzen bringen?

Von einer Immobilienblase spricht man, wenn die Preise für Wohn- und Geschäftsräume überbewertet werden und wenn gleichzeitig hohe Erwartungen an eine anhaltende Wertsteigerung der Immobilien existieren. Viele private Käufer, aber auch in- und ausländische Investoren legen sich unter diesen Voraussetzungen Eigentum zu. Die unter diesen Vorbedingungen bereits hohen Immobilienpreise veranlassen vor allem Privatanleger dazu, hohe Kredite aufzunehmen, die sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schnell in Bedrängnis bringen können.

Und genau das ist auch der Punkt, an dem eine solche Blase platzen kann: Ein Konjunktureinbruch oder aber auch das Erreichen eines Niveaus, auf dem weitere Wertsteigerungen schlicht nicht mehr möglich sind, lassen den Traum der Immobilienbesitzer platzen. Und wenn massenweise Eigentümer ihre Kredite nicht mehr bedienen können, kommt es zu einer Situation, wie sie 2007 in den USA herrschte, als die dortige Immobilienkrise schließlich auch die Banken und in der Folge die Weltwirtschaft ergriff. Nach jahrelanger Niedrigzinspolitik zogen die Zinsen damals wieder an. Viele hochverschuldete Immobilienbesitzer konnten selbst durch den Verkauf ihrer Immobilien nun ihre Kredite nicht mehr abstottern, denn der Markt für Wohn- und Gewerberäume war nach dem vorangegangenen Bauboom übersättigt.

Einige Anzeichen einer Immobilienblase in Deutschland sind durchaus erkennbar. Insbesondere die seit längerem steigenden Immobilienpreise in den deutschen Ballungsräumen sprechen dafür. Das derzeit niedrige Zinsniveau und die Tatsache, dass der Eigenkapitalanteil, den Kreditnehmer in die Finanzierung ihres Immobilientraums investieren, sinkt, sprechen ebenfalls für das Entstehen einer Blase. Doch aktuell gibt es zumindest keine akuten Hinweise darauf, dass diese Situation zu einer Immobilienkrise führen könnte.

Gegen eine bereits existierende bzw. kurz vor dem Platzen stehende Blase sprechen folgende Fakten: Noch ist der Wohnungsmarkt, insbesondere in vielen deutschen Großstädten, nicht gesättigt, geschweige denn übersättigt. Das hohe Preisniveau, insbesondere auf dem Wohnungsmarkt, kann derzeit gehalten werden, dem Angebot an Wohn- und Gewerberaum steht immer noch eine große Nachfrage entgegen. Zudem steht ein abruptes Ende der niedrigen Zinsen aufgrund der aktuell positiven Konjunktur nicht zu befürchten.

Trotzdem sei hier davor gewarnt, sich allzu unbedarft ins Abenteuer Immobilienkauf zu stürzen. Das Maß aller Dinge sollte immer noch die eigene wirtschaftliche Sicherheit sein und diese ist bei einer unverhältnismäßig hohen Kreditsumme schnell gefährdet. Wer seine Kalkulation nur auf die derzeit günstigen Zinsen und sein aktuell sicheres Einkommen stützt, kommt in einer Notsituation schnell ins Straucheln.

Zudem wären auch moralische Überlegungen nicht unangebracht, um ein Überheizen der Immobilienpreise in Deutschland zu verhindern. Dies gilt nicht nur für jene, die ihre Immobilien zu unverhältnismäßigen Preisen anbieten, sondern auch für die, die durch ihre Bereitschaft, solche Angebote anzunehmen oder gar zu überbieten, die Preise weiter in die Höhe treiben.

Zu guter Letzt auch noch ein Aufruf zu mehr Gelassenheit: Der Markt hat sich schon immer wieder mal an-, dann aber auch wieder abgeheizt – auch wenn dies nur ein schwacher Trost für all diejenigen ist, die gerade händeringend nach bezahlbarem Wohn- oder Gewerberaum in einer deutschen Großstadt suchen!

Von Redaktion

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